Lanzarote mit Baby: was geht und was du dir sparen kannst
Aktualisiert 6. September 2026 · 5 Min. Lesezeit
Mit einem Kind unter zwei Jahren schrumpft das Ausflugsprogramm jeder Insel zusammen, und Lanzarote ist da keine Ausnahme. Der Unterschied liegt darin, was übrig bleibt – und das ist hier mehr, als man denkt, weil die Insel flach ist.
Der unterschätzte Vorteil: kein Berg
Wer schon einmal mit Kinderwagen in Funchal oder im Norden Teneriffas unterwegs war, kennt das Problem: Steigungen, Treppen, Bordsteine ohne Absenkung. Lanzarotes höchster Punkt liegt bei gut 670 Metern, und die Urlaubsorte liegen alle am Wasser und im Flachen.
Die Strandpromenade von Puerto del Carmen zieht sich über Kilometer eben am Wasser entlang, durchgehend gepflastert. In Playa Blanca führt die Promenade von der Playa Dorada bis in die Marina Rubicón, ebenfalls flach. Costa Teguise ist kleiner, aber genauso eben. Das ist banal und im Alltag mit Kinderwagen das Wichtigste an dieser Insel.
Timanfaya: die Zeitfensterfalle
Der Nationalpark kostet 30 € Eintritt; Kinder unter 7 Jahren zahlen nichts, ein Baby also auch. Drinnen sitzt man 35 bis 40 Minuten in einem Bus, der nicht anhält und aus dem man nicht aussteigen darf.
Der eigentliche Haken ist ein anderer, und er ist neu: Seit 2026 gibt es Tickets nur noch vorab online, für ein festes Zeitfenster. An der Kasse wird nichts verkauft, und wer außerhalb seines Fensters ankommt, hat ein ungültiges Ticket. Mit einem Baby heißt das: Du legst Wochen vorher fest, wann dein Kind wach, satt und gewickelt sein soll.
Praktisch funktioniert das nur mit einem frühen Fenster – kurz nach der Öffnung um 9:30 Uhr, direkt nach dem Frühstück. Wer nachmittags bucht, hat die Mittagsschlafzeit im Bus. Die geführten Timanfaya-Touren mit Abholung nehmen dir diese Planung nicht ab, sondern legen noch Transferzeit obendrauf. Was der Park sonst noch verlangt, steht in Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote.
Die drei, die du auslassen kannst
Cueva de los Verdes. Fünfzig Minuten Führung, ein Kilometer durch einen Lavatunnel, unebener Boden, Stufen, gedämpftes Licht und eine Akustik, die jedes Geräusch verstärkt. Kein Kinderwagen, kein kurzer Rückweg – die Gruppe geht als Gruppe. Mit einem Baby in der Trage ist es machbar und für die meisten Eltern trotzdem kein entspannter Programmpunkt.
Das U-Boot in Puerto Calero. Eine Stunde in einem geschlossenen Boot, 30 Meter unter der Oberfläche. Es ist ein großartiger Ausflug – aber es gibt keinen Weg nach draußen, wenn ein Kind zu weinen anfängt.
Die Schnellboote. Die kurze Delfintour ab Puerto del Carmen dauert nur 1,5 Stunden und kostet 35 €, fährt aber hart, spritzt und bietet meist keinen Schatten. Das ist keine Bauart für ein Baby. Welche Boote hier wie ausfallen, steht in Bootstour mit Kindern – ab welchem Alter?.
Und die Altersfrage allgemein: Von den 206 Angeboten dieser Insel nennt genau eines von sich aus ein Mindestalter, und das ist eine Buggy-Tour. Für alles andere gilt: Die Bedingungen stehen auf der Buchungsseite des Anbieters, und dort sieht man vorher nach.
Was dafür gut funktioniert
Die Jameos del Agua. Anders als die Cueva de los Verdes sind sie offen, hell und ohne Führung begehbar. Es geht über Treppen hinunter, also Trage statt Wagen, aber man bestimmt selbst, wie lange man bleibt. Unten steht ein Salzwassersee mit winzigen weißen Krebsen darin, die man von der Brüstung aus sieht. Zusammen mit den übrigen Manrique-Bauten ist das der babytauglichste Kulturpunkt der Insel.
Die Fähre nach La Graciosa. Rund 25 Minuten Überfahrt ab Órzola, 29 € hin und zurück. Kurz genug, dass eine Fehleinschätzung keine Katastrophe wird. Drüben allerdings: Sandwege statt Straßen – ein Kinderwagen kommt dort nicht weit. Die Insel und ihre Umgebung stehen in Der Norden von Lanzarote und unter Ausflüge nach La Graciosa.
Die flachen Strände. Playa Dorada bei Playa Blanca und die Ortsstrände von Puerto del Carmen fallen sanft ab und liegen im Windschatten. Im Norden gibt es kurz vor Órzola die Buchten von Caletón Blanco mit knietiefen, ruhigen Becken. Famara ist der falsche Ort – offener Atlantik, Strömung, Welle.
Schatten und Wind: die zwei echten Themen
Auf Lanzarote wächst fast nichts, und daraus folgt: Es gibt an den Stränden kaum natürlichen Schatten. Was du an Sonnensegel, Muschel oder Schirm nicht dabei hast, gibt es vor Ort nicht umsonst.
Der Passat weht fast ganzjährig. Er macht die Hitze erträglich und täuscht dabei über die Sonneneinstrahlung hinweg – und ein nasses Kind kühlt im Wind schneller aus, als die Lufttemperatur vermuten lässt. Zum Sonnenschutz für Babys sagen wir hier bewusst nichts Konkretes: Das gehört zum Kinderarzt oder in die Apotheke, nicht auf eine Vergleichsseite.
Der kurze Transfer
Der Flughafen liegt bei Arrecife, mitten an der Ostküste, und die Urlaubsorte liegen alle in seinem Umkreis: nach Puerto del Carmen sind es etwa zehn bis fünfzehn Minuten, nach Costa Teguise rund zwanzig, nach Playa Blanca gut eine halbe Stunde.
Nach einem Flug mit einem Baby ist das der Unterschied zwischen Ankommen und noch einmal zwei Stunden Bus. Auf den großen Nachbarinseln liegen zwischen Flughafen und Hotel häufig deutlich längere Wege – hier ist der Transfer das kleinste Problem des Tages.
Wann die Dörfer schließen
In den Urlaubsorten läuft der Betrieb durchgehend. In Haría, Teguise und den kleinen Orten des Landesinneren nicht: Dort schließen Läden und viele Küchen über Mittag, und abends wird spät gegessen. Wer mit einem Baby unterwegs ist und um halb sieben etwas Warmes braucht, plant besser mit den Orten an der Küste – oder hat dabei, was gebraucht wird.
Zwei praktische Punkte
Babyschale im Mietwagen. Die Insel lässt sich ohne Auto nur eingeschränkt bereisen, und Kindersitze müssen bei der Buchung mitbestellt werden. Nicht darauf verlassen, dass am Schalter noch einer steht.
Einkaufen. In den Urlaubsorten gibt es Supermärkte mit dem üblichen Sortiment. Auf La Graciosa und in den Dörfern des Nordens sieht das anders aus – wer dorthin fährt, nimmt mit, was der Tag braucht.
Der ehrliche Schluss
Mit einem Baby ist Lanzarote eine Insel für zwei bis drei gebuchte Programmpunkte in zwei Wochen, nicht für einen vollen Kalender. Der Rest sind Promenade, Strand und Terrasse – und das ist keine Notlösung, sondern hier tatsächlich gut.
Wenn das Kind laufen kann, ändert sich das Bild: Was dann geht, steht in Lanzarote mit Kleinkind, und der Überblick über alle Altersstufen in Lanzarote mit Kindern. Alles Buchbare findest du unter Ausflüge auf Lanzarote.